Berufsallergie
 
  Zu den Berufsallergien gehören solche Allergien, die durch steten Kontakt mit bestimmten Stoffen im Berufsumfeld auftreten können. Besonders betroffen sind Berufszweige, in denen Chemikalien zum Einsatz kommen, z.B. Friseure und Maler, aber auch Elektriker und Textilarbeiter.
Eine allergische Reaktion läuft dabei typischerweise so ab: Niesen, Juckreiz, Augenrötung und –tränen, Schwellungen der Schleimhäute bis hin zu Atemnot und Kreislaufkollaps. Der von Ihrem Arzt durchgeführte Prick-Test kann die schuldigen Allergene aufdecken.
 
   
   
  Das Problem liegt in der Vermeidung der Allergene, da die Betroffenen mit ihnen in der Regel täglich in Berührung kommen. Wenn Schutzmaßnahmen wie besondere Kleidung oder Handschuhe nicht ausreichen, kann der Beruf manchmal nicht mehr ausgeübt werden. Wichtig ist in jedem Fall die frühzeitige Erkennung und Behandlung, damit es nicht zu schweren allergischen Problemen kommt. In manchen Fällen führt auch die Desensibilisierung, ein Gewöhnen des Körpers an das Allergen, zum Erfolg.  
   
 
Was verbirgt sich dahinter?
 
  Mit dem Einzug der Chemie in die unterschiedlichsten Berufszweige haben auch die Berufsallergien stark zugenommen. Besonders betroffen sind:

Bäcker – allergische Reaktionen auf Mehlstaub, Sauerteig, Aromen
Friseur – Kosmetika, Färbe- und Haarwaschmittel, Duftstoffe
Maler – Farbe, Lacke, Lösungsmittel
Elektriker – Gummi- und Isoliermaterial
Textilarbeiter – Farbstoffe, Metalle, Beizen, Imprägnierungsmittel
Gärtner uns Landwirte – Pflanzenschutzmittel, Schädlingsbekämpfung
Mediziner – Desinfektion, Chemotherapeutika, Latex

Berufsallergien sind typische allergische Reaktionen, die durch eine Fehlleitung und Überreaktion des Immunsystems hervorgerufen werden. Oft bedeutet das Auftreten einer Berufsallergie das Aus in dem betreffenden Beruf; zumindest sind jedoch mehr oder weniger große Einschränkungen der Tätigkeit damit verbunden.

 
   
 
Wie kommt es zur Berufsallergie?
 
  Das Immunsystem hat normalerweise die Aufgabe, körperfremde gefährliche Substanzen zu erkennen und zu bekämpfen. Bei einer Allergie kommt es zu einer unnötigen und verstärkten Reaktion des Immunsystems auf meist harmlose Substanzen. Zuerst läuft alles normal: eine fremde Substanz wird erkannt und von körpereigenen Fresszellen aufgenommen.
Danach werden Bestandteile des fremden Stoffes von den Fresszellen an andere Zellen weiter gegeben, die man als eine Art Gesundheitspolizei des Körpers bezeichnen kann: die T-Lymphozyten.
Diese T-Lymphozyten sorgen dafür, dass diese Substanz möglichst schnell wieder erkannt und eliminiert werden kann. Dafür werden B-Lymphozyten veranlasst, nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip auf das fremde Teilchen passende Antikörper zu bilden. Der Vorgang der Sensibilisierung, also des Empfindlich-werdens, ist damit abgeschlossen.
Bei einigen Menschen, eben den Allergikern, gerät bei ständigem Kontakt mit dieser Substanz die normale Abwehr aus der Bahn und es finden unnötig starke Reaktionen (= allergische Reaktionen) statt, wenn man wieder mit den betreffenden Stoffen in Berührung kommt. Diese Allergie-auslösenden Stoffe werden als Allergene bezeichnet.
 
   
 
Wie äußert sich eine Berufsallergie?

  Manche Antikörper haben die Eigenschaft, sich an Mastzellen in Haut und Schleimhäuten aber auch im Gefäßsystem zu heften, und auf vorbei kommende passende Allergene zu warten. Bei Kontakt mit diesen Substanzen kommt es zu einer entzündlichen Reaktion durch die Mastzellen. In den Blutgefäßen werden hierbei Substanzen freigesetzt, die die Durchblutung erhöhen und dadurch für Rötung und Erwärmung sorgen.
Andere Substanzen rufen weitere Zellen herbei, die das dort liegende Gewebe zerstören. In der Lunge kann es zu Atemnot kommen, weil mehr Schleim als sonst gebildet wird. Insgesamt wird also ein Abwehrprozess in Gang gesetzt, der viel zu stark ist und manchmal sehr gefährlich werden kann. Warum Allergiker eine Veranlagung dazu haben, ist bisher noch ein Rätsel.
 
   
 
Was kann man dagegen tun?
 
  Mit Hilfe des Prick-Tests kann das betreffende Allergen gefunden werden. Dabei bekommen Sie verschiedene Allergene auf die Haut des Unterarms getropft und die Haut wird leicht eingeritzt. An der Hautreaktion sieht man, ob Sie auf das betreffende Allergen reagieren. Falls ja, bilden sich an der entsprechenden Stelle kleine juckende Quaddeln. Am besten ist es dann das betreffende Allergen zu meiden. Und genau da liegt das Problem bei den Berufsallergien.

Helfen kann hier eine Hyposensibilisierung. Darunter versteht man die Gewöhnung an den Allergie auslösenden Stoff. Über einige Jahre hinweg spritzt Ihnen der Arzt steigende Dosen des Allergens unter die Haut, so dass das Immunsystem sich daran gewöhnt und die Reaktion immer schwächer wird. (Es gibt inzwischen auch die Möglichkeit, mit Flüssigkeit gefüllte Kapseln im Mund aufzulösen. Die Wirksamkeit ist aber noch nicht bewiesen.)

Daneben gibt es eine Reihe von Symptom lindernden Medikamenten, unter anderem:

Antihistaminika: vermindern den Juckreiz
abschwellende Nasentropfen: Einnahme nicht länger als 10 Tage
Mastzellstabilisatoren und Kortison: Spray, Tabletten, Spritze

Um das Entstehen einer Berufsallergie zu verhindern, ist es sehr wichtig, die allergenen Gefahrenstoffe zu kennen und nach Möglichkeit von vornherein zu meiden (Tragen von Schutzhandschuhen und -kleidung).
 
   
 
Links
 
  www.netdoktor.de
Informationen zu Berufsallergien
 
   
  www.vital-klinik.de
Weitere Informationen zu Berufsallergien
 
   
  www.der-gruene-faden.de
Informationen zu gefährdeten Berufenszweigen
 
   
 
Literatur
 
  Ellen Maushagen-Schnaas, W. Waldmann
Allergien – Ursachen, Vorbeugung, Behandlung
11,45 EUR

Erschienen: 1996
TRIAS Verlag
ISBN: 3893737189

 
   
   
  Max Otto Bruker, Ilse Gutjahr,
Allergien müssen nicht sein
15,80 EUR

Erschienen: 2001
Emu Verlag
ISBN: 3891890338


 
   
   
  Ralf Moll, Wolfgang Spiller,
Schachmatt den Allergien
13,70 EUR

Erschienen: 1995
Schnitzer Verlag
ISBN: 3922894542

 
   
   
   
 
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